deutsch
Vier Jahre nach der Fertigstellung der Buchtrilogie über die Volp-Höhlen (Tuc d’Audoubert, Trois-Frères, Enlène) wurde 2023 ein Forschungsprojekt bewilligt, das aufbauend auf den Ergebnissen der Monografien in einem ganzheitlichen Ansatz die nächsten Schritte in der Analyse der Fundstellen gehen soll. Ziel ist es, die Nutzungskonzepte dieser drei Höhlen herauszuarbeiten. Mittels räumlicher Analysen der archäologischen Funde und Befunde in diesen vielschichtig strukturierten Bilderhöhlen sollen die dynamischen Prozesse, die zu ihrer Ablagerung führten, rekonstruiert werden. Darüber hinaus wird versucht, die Funktion/en der Volp-Höhlen im regionalen Subsistenzsystem der magdalénienzeitlichen Jäger- und Sammlergemeinschaften herauszuarbeiten. Das Forschungsprojekt wird das Potenzial dieser einzigartigen archäologischen Fundstellen weiter erschließen und in einer umfassenden Synthese darstellen. Es hat eine Laufzeit von 12 Jahren und wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert.
Das Forschungsprojekt stellt sich die Aufgabe, durch Raumanalysen menschlicher Hinterlassenschaften in vielschichtig strukturierten Bilderhöhlen der ausgehenden letzten Eiszeit den statischen archäologischen Funden ihre Dynamik zurückzugeben. Die Bilderhöhlen bieten sich hierfür nicht nur durch die Erhaltung von originalen Fußspuren im bis heute unberührten Höhlenboden, der verschiedene Aktivitätszonen miteinander verbindet, an, sondern auch, weil die zentrale Fragestellung nach dem sozialen Kontext ihrer Nutzung sowie ihrer Bedeutung für die Rekonstruktion von spät-eiszeitlichen Ritualen und Glaubensvorstellungen bis heute vollkommen unbeantwortet geblieben ist. Exemplarisch wird das vor mehr als 100 Jahren entdeckte System der Volp-Höhlen (Tuc d’Audoubert, Trois-Frères, Enlène) im Südwesten Frankreichs untersucht, das zu den bedeutendsten vielschichtig strukturierten Bilderhöhlen weltweit gehört und einmalige kulturelle Zeugnisse enthält, die etwa 17.000 Jahre (calBP) alt sind. Das auf 12 Jahre angesetzte Forschungsprojekt verfolgt im Wesentlichen zwei Ziele: (1) Hauptziel ist, Aktivitätszonen in den Volp-Höhlen zu identifizieren, ihre Funktion zu klären, sie räumlich zu verorten und Verbindungen zwischen ihnen zu rekonstruieren. (2) Des Weiteren sollen die Volp-Höhlen in das Magdalénien-Substinenzsystem der Pyrenäen eingebunden werden. [...]
Der Umgang mit den erarbeiteten Forschungsdaten erfolgt durch die Umsetzung der FAIR-Prinzipien. Dazu gehört die Veröffentlichung und Verfügbarmachung von Wissen auf Basis entsprechender CC-Lizenzen, sowie die Einhaltung von Standards für Interpretierbarkeit, Auffindbarkeit, Interoperabilität und Wiederverwendbarkeit der Daten. Schließlich sollen über die Publikationen hinaus die Ergebnisse in regelmäßig durch das Projekt organisierte internationale Workshops und eine Wanderausstellung über Hintergründe und Ergebnisse der Zusammenarbeit mit indigenen Experten und den Ergebnissen des beantragten Langfristvorhabens einem breiten Publikum vermittelt werden.
Infos entstammen der offiziellen Projektseite.
The Volp caves. Contextualising palaeolithic rock art
english
This project sets itself the task of restoring the dynamics of the static archaeological finds through spatial analyses of human activities in multi-layered structured painted caves from the end of the last Ice Age. Painted caves are ideal for this purpose not only because of the preservation of original footprints in the still untouched cave floor, which connect the activity zones with each other, but also because the central question of the social context of their use and their significance for the reconstruction of late glacial rituals and beliefs has remained completely unanswered until today. Methodologically, in addition to state-of-the-art digital documentation tools, a new approach to the study of footprints is used in which indigenous trackers of the San from Namibia are included as equal experts in the knowledge process.
The research data generated allows for the implementation of the FAIR principles. This includes the publication and accessibility of knowledge on the basis of appropriate CC licenses, as well as compliance with standards for interpretability, findability, interoperability and reusability of the data. Finally, in addition to the publications, the results are to be communicated to a broad audience in international workshops regularly organised by the project and a travelling exhibition on the background and results of the cooperation with indigenous experts and the results of the proposed long-term project.